Bewässerung

Teil von Bewässerung Planung: Recht, Technik und Kosten für Landwirte

Bewässerung Kosten: 3 Beispiele für Ackerbaubetriebe

Bewässerung Kosten: drei Beispielrechnungen für Mais, Kartoffeln und Weizen mit Euro je Hektar und Jahr, dazu Kostenblöcke, Grenzertrag und Kalkulationsschritte.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bewässerung kostet im Ackerbau je nach Verfahren zwischen 300 und 1.050 Euro pro Hektar und Jahr.
  • Wasser, Energie und Abschreibung der Technik bestimmen die Höhe, die Arbeitszeit kaum.
  • Mais trägt die Kosten, Kartoffeln rechnen sich knapp, Getreide selten.
  • Entscheidend ist der Grenzertrag, nicht der Durchschnittsertrag des Betriebs.
  • Alle Beträge sind netto ohne Umsatzsteuer gerechnet.

Was die Kosten pro Hektar bestimmt

Vier Blöcke entscheiden über die Bewässerungskosten: Wasser, Energie, Technik und Arbeit. Sie reagieren unterschiedlich auf Schlaggröße, Fließweg und Witterung.

Der Wasserpreis schwankt am stärksten. Brunnenwasser verursacht nur Förderkosten, Verbands- oder Leitungswasser kostet dagegen 0,30 bis 0,60 Euro je Kubikmeter. Ein Millimeter Beregnung entspricht 10 Kubikmetern pro Hektar, 50 Millimeter also 500 Kubikmetern.

Ob ein Entnahmeentgelt anfällt, regeln die Länder unterschiedlich. Vor dem Brunnenbau ist die wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde zu klären.

Energie hängt von Druck und Pumpenleistung ab. Als Faustwert gelten 0,15 bis 0,40 Euro je Kubikmeter bei Diesel- oder Strombetrieb, Verluste eingerechnet.

Bei der Technik zählt die Auslastung. Eine Beregnungsmaschine für 45.000 Euro, zwölf Jahre Nutzungsdauer und 60 Hektar bewässerter Fläche kostet rund 62 Euro pro Hektar und Jahr, Zinsen nicht gerechnet.

Arbeit und Reparatur liegen meist bei 60 bis 140 Euro pro Hektar. Lohnunternehmer berechnen für die Beregnung 90 bis 130 Euro pro Hektar, Wasser und Energie oft extra.

Alle Beträge sind netto ohne Umsatzsteuer gerechnet, weil landwirtschaftliche Betriebe in der Regel vorsteuerabzugsberechtigt sind. Wer die Kalkulation belegen will, findet beim BMEL die ackerbaulichen Rahmenbedingungen für Deutschland.

Drei Beispielrechnungen im Vergleich

Die Annahmen: beregnungswürdiger Standort, eigene Technik in Beispiel 1 und 2, Lohnberegnung in Beispiel 3. Je Hektar und Jahr wird eine Hauptfrucht angebaut.

Position Mais, Brunnen Kartoffeln, Verbandswasser Winterweizen, Lohnberegnung
Zusatzwasser 50 mm 100 mm 40 mm
Wasser 0 Euro 400 Euro 180 Euro
Energie 175 Euro 200 Euro 0 Euro
Technik und Abschreibung 62 Euro 300 Euro 0 Euro
Arbeit, Reparatur, Lohn 110 Euro 140 Euro 130 Euro
Summe Kosten 347 Euro 1.040 Euro 310 Euro
Mehrerlös 475 Euro 1.020 Euro 168 Euro
Überdeckung je Hektar und Jahr 128 Euro -20 Euro -142 Euro

Alle Zeilen sind Beispielrechnungen mit gerundeten Annahmen, keine Betriebsauswertungen. Auf Betriebsebene summieren sich diese Sätze: Bei 60 Hektar bewässerter Fläche ergeben sich im Maisbeispiel rund 20.800 Euro pro Jahr, im Kartoffelbeispiel rund 62.400 Euro.

Bei Mais rechnet sich die Beregnung. 25 Dezitonnen Mehrertrag zu 19 Euro bringen 475 Euro, den Kostenblock von 347 Euro also herein. Bei Kartoffeln bleibt nach 100 Millimetern kaum etwas übrig. Erst Sortierungsvorteile und ein höherer Übergrößenanteil machen die Rechnung positiv.

Winterweizen mit Lohnberegnung liegt klar im Minus. Acht Dezitonnen Mehrertrag zu 21 Euro decken 310 Euro Kosten nicht. Die Beispiele zeigen: Bewässerungskosten entscheiden sich am Grenzertrag, nicht an der Technik allein.

Was die Rechnung kippen lässt

Der Erzeugerpreis wirkt am stärksten. Drei Euro weniger je Dezitonne kosten bei 25 Dezitonnen Mehrertrag 75 Euro pro Hektar.

Auch der unterstellte Mehrertrag ist unsicher. Fünf Dezitonnen weniger verschieben das Ergebnis im Maisbeispiel um rund 95 Euro pro Hektar.

Beim Wasser entscheidet der Preis je Kubikmeter. Zehn Cent mehr kosten bei 500 Kubikmetern 50 Euro pro Hektar.

Die Auslastung schlägt auf die Fixkosten durch. Läuft dieselbe Maschine nur auf 30 statt 60 Hektar, steigt der Abschreibungsanteil auf rund 125 Euro pro Hektar.

Schritt für Schritt zur eigenen Kalkulation

  1. Grenzertrag schätzen: erwarteter Mehrertrag in Dezitonnen mal Erzeugerpreis in Euro.
  2. Wasserbedarf festlegen: Millimeter mal 10 ergibt Kubikmeter pro Hektar.
  3. Variable Kosten je Kubikmeter addieren, dabei Wasser, Energie und Wartung getrennt führen.
  4. Fixkosten der Technik auf die tatsächlich bewässerte Fläche umlegen.
  5. Überdeckung je Hektar berechnen und mit den Betriebsergebnissen des Testbetriebsnetzes der BMEL-Statistik vergleichen.

Wer den Wasserpreis nicht kennt, fragt beim Versorger nach Arbeitspreis und Grundpreis. In Bayern bündelt das StMELF Fachinformationen zu Pflanzenbau und Bewässerung für die Standortbewertung.

Häufige Fragen

Was kostet ein Millimeter Beregnung pro Hektar?

Ein Millimeter entspricht 10 Kubikmetern pro Hektar. Bei 0,40 Euro je Kubikmeter Wasser und 0,20 Euro Energie sind das rund 6 Euro pro Millimeter und Hektar.

Lohnt sich Bewässerung bei Getreide?

Nur bei hohen Erzeugerpreisen und deutlichem Mehrertrag. Im Beispiel oben bleibt eine Unterdeckung von 142 Euro pro Hektar und Jahr.

Welche Rolle spielt die Schlaggröße?

Eine große. Dieselbe Maschine auf 60 statt 30 Hektar halbiert den Abschreibungsanteil pro Hektar.

Wie hoch sind die Fixkosten einer Beregnungsmaschine?

Bei 45.000 Euro Anschaffung, zwölf Jahren Nutzungsdauer und 60 Hektar Fläche rund 62 Euro pro Hektar und Jahr. Zinsen und Reparaturen kommen hinzu.

Welche Behörde liefert Vergleichszahlen?

Die BMEL-Statistik veröffentlicht Buchführungsergebnisse landwirtschaftlicher Testbetriebe, gegliedert nach Betriebsform und Größe.

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