Bewässerung
Teil von Bewässerung Planung: Recht, Technik und Kosten für Landwirte
Bewässerung Planung: Leitfaden für die Praxis
Bewässerung planen: Leitfaden mit Wasserrecht, Wasserbedarf, Technik und Anbietern, Beispielrechnung und Förderwegen für Landwirte in Deutschland.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Klären Sie das Wasserrecht, bevor Sie Technik bestellen: Ohne Erlaubnis der zuständigen Wasserbehörde ist keine Entnahme zulässig.
- Der Wasserbedarf folgt aus Kultur, Boden und Klimatischer Wasserbilanz, nicht aus der Leistung des vorhandenen Brunnens.
- Fünf Arbeitsschritte führen von der Schlagkarte über die Bedarfsrechnung bis zur Förderung.
- Mobile Beregnung, Kreisberegnungsmaschine und Tropfbewässerung decken die meisten Betriebe ab, mit benennbaren Anbietern je Verfahren.
- Energie, Wartung, Personal und Genehmigungsauflagen gehören von Beginn an in die Kalkulation.
Wasserrecht und Genehmigung zuerst
Nach dem Wasserhaushaltsgesetz ist die Benutzung eines Gewässers erlaubnispflichtig, auch bei kleinen Mengen. Das betrifft Grundwasser aus dem Brunnen ebenso wie Wasser aus Graben, Bach oder Teich. Die Grundlagen bündelt das Wasserhaushaltsgesetz beim Bundesministerium der Justiz.
Zuständig sind die Wasserbehörden der Länder. Dort liegen die Antragsformulare, dort fällt die Entscheidung über Menge, Entnahmezeitraum und Auflagen. Einzelne Länder erheben zusätzlich ein Wasserentnahmeentgelt nach Landesrecht. Klären Sie vor der Bestellung, welche Menge für Ihren Schlag gedeckt ist.
Fünf Schritte zur Bewässerungsplanung
- Flächen erfassen: Schlaggröße, Bodenart, nutzbare Feldkapazität und Grundwasserabstand in einer Karte zusammentragen.
- Bedarf rechnen: Verdunstung und Niederschlag der nächsten Klimastation des Deutschen Wetterdienstes gegenüberstellen und die Klimatische Wasserbilanz für die Hauptkulturen bilden.
- Wasserquelle festlegen: Brunnen, Speicherbecken, Beregnungsverband oder Maschinenring prüfen und die Genehmigungsfähigkeit abstimmen.
- Technik auslegen: Pumpenleistung, Rohrquerschnitt, Druckverlust und Beregnungsintensität von Anbieter oder Planungsbüro berechnen lassen.
- Wirtschaftlichkeit prüfen: Angebote, Förderwege und Mehrerlöse über mehrere Jahre vergleichen.
Wasserbedarf richtig rechnen
Die Klimatische Wasserbilanz ist die Differenz aus Niederschlag und Verdunstung. Fällt sie in der Vegetationszeit negativ aus, entsteht Bewässerungsbedarf. Entscheidend sind Bodenart und nutzbare Feldkapazität: Sand speichert wenig, Lehm deutlich mehr. Geringes Speichervermögen verlangt kleinere Gaben in kürzeren Abständen. Die Beratung vor Ort überträgt die Klimadaten der nächsten Station auf Ihren Standort.
Verfahren und Anbieter im Vergleich
| Verfahren | Typische Kulturen | Wasserbedarf | Anbieter (Beispiele) |
|---|---|---|---|
| Mobile Beregnung, Trommelregner | Getreide, Kartoffeln, Grünland | hoch | Perrot aus Calw, Beinlich aus Borken |
| Kreisberegnungsmaschine | große Schläge, Mais, Zuckerrüben | mittel | Valley von Valmont, Reinke, Zimmatic von Lindsay |
| Tropfbewässerung | Gemüse, Obst, Beeren | niedrig | Netafim, Rivulis, Toro |
| Unterflurbewässerung | Reihenkulturen und Sonderkulturen | niedrig | Netafim mit Unterflurschläuchen |
| Pumpen, Filter, Steuerung | alle Verfahren | neutral | Beinlich, Grundfos, Xylem mit Lowara |
Tropfbewässerung arbeitet mit niedrigem Druck direkt an der Pflanze, verlangt aber Filter und regelmäßige Spülung. Mobile Beregnung ist flexibel über Schläge hinweg, braucht dafür mehr Wasser und Arbeitszeit. Kreisberegnungsmaschinen lohnen sich auf großen, regelmäßig geschnittenen Flächen.
Die Investition reicht grob von einem vierstelligen Betrag für eine kleine mobile Anlage bis in den sechsstelligen Bereich für eine Kreisberegnungsmaschine mit Brunnen und Rohrnetz. Öffentliche Preislisten gibt es nicht. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und lassen Sie darin Pumpenkennlinie, Druckverluste und Wartungspauschalen ausweisen.
Beispielrechnung für einen Kartoffelschlag
Angenommen, 20 Hektar Kartoffeln brauchen in einem trockenen Jahr 120 Millimeter Zusatzwasser. Ein Millimeter entspricht 10 Kubikmetern je Hektar, daraus ergeben sich 24.000 Kubikmeter.
Bei 0,20 bis 0,50 Euro je Kubikmeter Wasser und 0,08 bis 0,15 Euro je Kubikmeter Energie kostet die Saison rund 6.700 bis 15.600 Euro netto. Dem stehen Mehrerlöse und Sortierungsvorteile gegenüber, die vor der Investition zu kalkulieren sind.
Wasser sparen und Boden schonen
Bewässerung wirkt nur, wenn der Boden das Wasser hält. Verdichtete Schichten und eine flache Krume lassen einen Teil der Gaben ungenutzt abfließen. Eine angepasste Fruchtfolge und konservierende Bodenbearbeitung verbessern das Speichervermögen; das Umweltbundesamt beschreibt die Zusammenhänge unter Boden und Landwirtschaft.
Prüfen Sie zusätzlich, ob Bodenfeuchtesensorik und Wetterdaten die Gaben steuern. Das senkt den Wasserbedarf, kostet aber Steuerungstechnik und Betreuung.
Förderung, Ansprechstellen und Betriebsplanung
Förderung ist in Deutschland Ländersache. Die Länder bündeln Investitionszuschüsse in ihren Agrarinvestitionsförderprogrammen (AFP), die über den GAP-Strategieplan kofinanziert werden. Für Bayern nennt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus Förderwege und Fachinformationen unter Pflanzenbau in Bayern.
Erste Ansprechstellen sind die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern und die Landwirtschaftskammern in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stellt Förder- und Fachinformationen zur Landwirtschaft bereit.
Fragen Sie in der Richtlinie gezielt nach, ob Pumpe, Rohrnetz, Steuerung und Speicherbecken förderfähig sind und welche Nachweise verlangt werden. Rechnen Sie die Investition über zehn Jahre mit Energie, Wartung und Personal. Halten Sie Genehmigung, Wasserrechnung und Betriebsdaten für Nachweise bereit.
Häufige Fragen
Welche Unterlagen braucht die Wasserentnahme?
Angaben zu Entnahmestelle, Menge, Zeitraum und Verwendungszweck. Die Wasserbehörde des Landes stellt die Formulare bereit. Bei größeren Mengen kommen wasserwirtschaftliche Gutachten hinzu.
Wie viel Wasser braucht eine Kultur?
Das hängt von Verdunstung, Niederschlag, Boden und Entwicklungsstadium ab. Nutzen Sie die Klimatische Wasserbilanz der nächsten Wetterstation und lassen Sie die Werte von der Beratung auf Ihren Standort übertragen.
Wann lohnt sich Tropfbewässerung?
Bei Reihenkulturen mit hohem Wert, etwa Gemüse, Obst oder Beeren. Bei Getreide und Grünland ist die mobile Beregnung meist wirtschaftlicher. Entscheidend sind Wasserpreis, Arbeitsaufwand und Förderung.
Was kostet die Planung selbst?
Für die Auslegung von Pumpe und Rohrnetz fallen Planungskosten an, die mit der Fläche steigen. Fragen Sie bei der Landwirtschaftskammer oder dem Amt, ob Beratungskosten förderfähig sind.