Landmaschinen

Teil von Welche Landmaschinen passen zu Ihrem Betrieb?

Landmaschinen Vergleich: 4 Wege zur Beschaffung

Vier Wege der Landmaschinen-Beschaffung im Vergleich: Kauf, Leasing, Lohnunternehmen und Maschinenring mit Beispielen, Kosten und Quellen für Landwirte.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Wege der Landmaschinen-Beschaffung: Kauf, Leasing, Lohnunternehmen und Maschinenring.
  • Kauf bindet Kapital, Leasing verteilt die Kosten auf feste Raten.
  • Lohnunternehmen und Maschinenring liefern Arbeitsleistung ohne eigene Investition.
  • Verglichen wird mit Vollkosten je Stunde oder Hektar, nicht mit dem Listenpreis.
  • Buchführungsergebnisse ähnlich großer Betriebe liefern Richtwerte für die Kalkulation.

Die vier Wege im Überblick

Weg Beispiele für Anbieter Kapitalbedarf Eigentum Abrechnung
Kauf Fendt 700 Vario, CLAAS Arion über Vertragshändler hoch, einmalig ja Fixkosten und Abschreibung
Leasing AGCO Finance für Fendt, CLAAS Financial Services gering, monatlich nein feste Rate über die Laufzeit
Lohnunternehmen Betriebe im Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) keiner nein je Hektar, Stunde oder Tonne
Maschinenring Maschinenring Deutschland e.V. und regionale Ringe Mitgliedsbeitrag geteilte Nutzung je Einsatz oder Stundensatz

Kauf: Modell wählen, Auslastung rechnen

Beim Kauf geht die Maschine ins Anlagevermögen über. Abschreibung, Zinsen, Versicherung und Reparaturen laufen weiter, auch wenn die Maschine steht. Modelle wie der CLAAS Arion für Ackerbau und Grünland lassen sich nach Leistungsklasse und Ausstattung in der CLAAS Traktorenübersicht eingrenzen.

Den Verkauf übernehmen Vertragshändler, Genossenschaften wie die AGRAVIS Raiffeisen AG und Ersatzteildienste. Je höher die jährliche Auslastung, desto niedriger die Fixkosten je Stunde. Wer eine Maschine nur wenige Tage im Jahr braucht, trägt die Kosten das ganze Jahr.

Leasing: feste Rate, fremdes Eigentum

Leasing trennt Nutzung und Eigentum. Der Betrieb zahlt eine feste Rate, die Maschine bleibt beim Leasinggeber. Partner sind die Herstellerbanken AGCO Finance für Fendt und CLAAS Financial Services für CLAAS, daneben vermitteln Händler Verträge vor Ort.

Zu prüfen sind Laufzeit, erlaubte Betriebsstunden, Restwertregelung und die Kosten bei vorzeitiger Rückgabe. Der Vertrag ist während der Laufzeit kaum kündbar. Wartungsverträge erhöhen die Rate und senken dafür das Reparaturrisiko.

Für Schlepper der oberen Leistungsklasse wie den Fendt 700 Vario stehen die Modellreihen in der Fendt Traktorenübersicht. Das Leasing schont Liquidität und Bilanz, verpflichtet aber über die gesamte Laufzeit.

Lohnunternehmen: Arbeit nach Hektar einkaufen

Lohnunternehmen rechnen nach Hektar, Stunde oder Tonne ab. Die Kosten bleiben variabel und fallen nur bei tatsächlicher Nutzung an. Die Branche ist im Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) organisiert, der Mitgliedsbetriebe in ganz Deutschland vertritt.

Das passt zu Arbeiten, die selten anfallen: Gülleausbringung, Silagebereitung, Getreideernte. Der Betrieb braucht kein zusätzliches Personal und keine Halle. Dafür hängt die Terminplanung am Unternehmer, der in Engpassphasen viele Kunden bedient. Termine, Mindestflächen und Anfahrtskosten gehören schriftlich in die Vereinbarung.

Maschinenring: Technik im Verbund

Der Maschinenring Deutschland e.V. organisiert die überbetriebliche Nutzung von Maschinen und Arbeitskräften in regionalen Ringen. Abgerechnet wird nach Stundensätzen oder vereinbarten Leistungen. Mitglieder zahlen einen Beitrag und erhalten Zugriff auf den Maschinenpool der Region.

Klare Regeln zu Haftung, Verschleiß und Verfügbarkeit verhindern Streit. Für kleine Betriebe ist der Ring oft der einzige Weg zu Spezialtechnik wie Gülletanker oder Mähdrescher.

Beispielrechnung: Vollkosten je Stunde

Eine Beispielrechnung mit angenommenen Werten, alle Beträge netto in Euro:

  • Neupreis 120.000 Euro, Restwert 30.000 Euro nach zehn Jahren
  • Abschreibung: 90.000 Euro geteilt durch zehn Jahre ergibt 9.000 Euro pro Jahr
  • bei 100 Stunden im Jahr: 90 Euro je Stunde allein für die Abschreibung
  • bei 300 Stunden im Jahr: 30 Euro je Stunde
  • dazu kommen Diesel, Wartung und Versicherung

Diesen Wert vergleicht man mit dem Angebot des Lohnunternehmers für dieselbe Arbeit. Liegt die eigene Auslastung niedrig, bleibt Fremdarbeit meist günstiger. Richtwerte für Maschinenkosten liefert das Testbetriebsnetz des BMEL mit Buchführungsergebnissen vergleichbarer Betriebe.

Checkliste vor der Entscheidung

  1. Jährliche Auslastung in Stunden oder Hektar schätzen
  2. Vollkosten über die gesamte Nutzungsdauer rechnen
  3. Angebote von Lohnunternehmen und Maschinenring einholen
  4. Abschreibung und Leasingrate gegenüberstellen
  5. Förderung im Investitionsprogramm des eigenen Bundeslandes prüfen

Häufige Fragen

Welcher Weg ist am günstigsten?

Bei hoher Auslastung über viele Jahre meist der Kauf, bei seltenen Arbeiten das Lohnunternehmen. Die Vollkosten je Stunde entscheiden.

Wie viele Stunden muss eine Maschine laufen?

Eine Pauschalgrenze gibt es nicht. Je mehr Stunden, desto kleiner der Fixkostenanteil und desto günstiger der eigene Betrieb.

Ist Leasing bei Landmaschinen sinnvoll?

Es schont Kapital und hält die Rate planbar. Die Maschine gehört aber dem Leasinggeber. Laufzeit und Rückgabebedingungen vorher prüfen.

Was kostet Lohnunternehmen oder Maschinenring?

Abgerechnet wird nach Hektar, Stunde oder Tonne. Preise, Anfahrtskosten und Mindestflächen gehören schriftlich festgehalten.

Welche Daten helfen beim Vergleich?

Buchführungsergebnisse des Testbetriebsnetzes, eigene Maschinenkosten und Angebote der Dienstleister.

Mehr aus Landmaschinen

Landmaschinen

Was kostet ein Traktor im Jahr für Landwirte in Deutschland?

Jährliche Traktorkosten für Landwirte in Deutschland: Anschaffung, Abschreibung, Diesel, Wartung, Versicherung plus Beispielrechnung und Quellen.

Landmaschinen

Landmaschinen Vergleich: Gebraucht oder neu kaufen?

Landmaschinen gebraucht oder neu kaufen: Vergleich von Preisen, Gewährleistung, Garantie, Steuer und Kosten je Betriebsstunde mit Rechenbeispiel und Quellen.

Landmaschinen

Welche Landmaschinen passen zu Ihrem Betrieb?

Landmaschinen Vergleich: Traktoren, Mähdrescher und Geräte von Fendt, John Deere, Claas und Deutz-Fahr nach Leistung, Preis und Verbrauch verglichen.