Traktor von Fendt, Claas oder John Deere bei der Feldarbeit
Bild: Ackerverstand

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Landmaschinen Vergleich: Traktoren von Fendt, Claas und John Deere

Traktorvergleich: Fendt, Claas und John Deere im Modellvergleich mit Leistung, Getriebe, Verbrauch und Kosten je Betriebsstunde, plus Quellen und Preishinweise.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fendt setzt auf das stufenlose Vario-Getriebe, Claas auf CMATIC und Hexashift, John Deere auf AutoPowr und DirectDrive.
  • Nennleistung nach ECE R120, Maximalleistung mit Boost und Zapfwellenleistung sind getrennte Messwerte, die Datenblätter führen sie einzeln.
  • Verbindliche Listenpreise für Deutschland veröffentlichen die drei Hersteller nicht, Preise entstehen im Angebot des Händlers.
  • Prüfberichte zum DLG-PowerMix nennen Zyklus und Messpunkte, Prospekte meist nur einen Kennpunkt.
  • Strukturdaten des Statistischen Bundesamtes helfen, Investitionshöhe und Betriebsgröße ins Verhältnis zu setzen.

Modellklassen im Vergleich

Fendt gliedert sein Programm vom 200 Vario bis zum 1000 Vario und führt technische Daten in der Modellübersicht auf fendt.com. Claas ordnet die Baureihen Arion, Axion und Xerion nach Leistung und Einsatzschwerpunkt, Ausstattungsmerkmale stehen in der Produktübersicht Traktoren von CLAAS. John Deere benennt seine Reihen mit 5M, 6M, 6R, 7R und 8R.

Modellklassen im Vergleich

Fendt

Modell
516 Vario
Nennleistung
163 PS
Getriebe
Vario stufenlos
Schwerpunkt
Grünland, Hof
Modell
724 Vario
Nennleistung
246 PS
Getriebe
Vario stufenlos
Schwerpunkt
Ackerbau, Grünland

Claas

Modell
Arion 460
Nennleistung
145 PS
Getriebe
Hexashift
Schwerpunkt
Grünland, Hof
Modell
Axion 870
Nennleistung
295 PS
Getriebe
CMATIC stufenlos
Schwerpunkt
schwerer Ackerbau

John Deere

Modell
6R 155
Nennleistung
155 PS
Getriebe
AutoPowr/DirectDrive
Schwerpunkt
Ackerbau, Transport
Modell
7R 330
Nennleistung
330 PS
Getriebe
AutoPowr
Schwerpunkt
schwerer Ackerbau

Die Tabelle stellt Modelle gegenüber, die in derselben Kaufentscheidung landen.

Modell

Fendt
516 Vario
Claas
Arion 460
John Deere
6R 155
Fendt
724 Vario
Claas
Axion 870
John Deere
7R 330

Nennleistung

Fendt
163 PS
Claas
145 PS
John Deere
155 PS
Fendt
246 PS
Claas
295 PS
John Deere
330 PS

Getriebe

Fendt
Vario, stufenlos
Claas
Hexashift
John Deere
AutoPowr oder DirectDrive
Fendt
Vario, stufenlos
Claas
CMATIC, stufenlos
John Deere
AutoPowr

Schwerpunkt

Fendt
Grünland, Hof
Claas
Grünland, Hof
John Deere
Ackerbau, Transport
Fendt
Ackerbau, Grünland
Claas
schwerer Ackerbau
John Deere
schwerer Ackerbau

Die Werte folgen den Herstellerangaben. Ausstattung und Bereifung verschieben sie im Einzelfall. Für viele Betriebe entscheidet sich die Wahl zwischen 150 und 250 PS, weil dort Hof-, Grünland- und Ackerarbeit dicht beieinanderliegen.

Leistung richtig lesen: Nennleistung, Boost und Zapfwelle

Die Nennleistung wird nach ECE R120 bei Nenndrehzahl gemessen und ist die Basis jedes Vergleichs. Leistung, die nur bei Transportfahrten oder Zapfwellenarbeit zusätzlich anliegt, weisen die Hersteller getrennt aus. Bei John Deere trägt sie den Namen Intelligent Power Management. Die Zapfwellenleistung entsteht am Prüfstand und liegt unter der Nennleistung.

Weitere Vergleichsgrößen sind Hubkraft, Hydraulikleistung und Gesamtgewicht. Sie entscheiden darüber, welche Anbaugeräte sinnvoll sind und ob der Schlepper den Boden schonend trägt. Ein Blick in die Datenblätter der Wunschmodelle lohnt vor der Preisverhandlung.

Preise: Angebot statt Liste

Verbindliche Listenpreise für Traktoren veröffentlichen Fendt, Claas und John Deere in Deutschland nicht. Der Preis entsteht aus Konfiguration, Liefertermin und Verhandlung mit dem Vertragshändler. Kostenrelevant sind Hydraulikpumpen, Fronthubwerk, gefederte Vorderachse, Bereifung und Kabinenausstattung.

Für Investitionen in Maschinen und Bodenbearbeitung gibt es Förderwege der Länder und des Bundes. Die Fachinformationen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bündeln Hinweise dazu. Förderfähigkeit und Höhe hängen vom jeweiligen Programm ab.

Das Statistische Bundesamt weist Betriebsgrößen, Rechtsformen und Flächenausstattung aus. Die Statistik zu landwirtschaftlichen Betrieben hilft, die eigene Größe einzuordnen. Ein Betrieb mit 40 Hektar kalkuliert anders als einer mit 300 Hektar.

Rechenbeispiel: Kosten je Betriebsstunde

Die folgende Rechnung ist eine Beispielrechnung mit angenommenen Werten, keine Herstellerangabe und kein Marktpreis. Angenommen werden 190.000 Euro Kaufpreis netto, zehn Jahre Nutzungsdauer und 500 Betriebsstunden im Jahr.

Kosten je Betriebsstunde

  1. AbschreibungBleiben 30 Prozent Restwert, verteilen sich 133.000 Euro auf 5.000 Stunden, das sind rund 26,60 Euro je Stunde.
  2. Diesel12 Liter je Stunde bei 1,20 Euro netto je Liter ergeben 14,40 Euro je Stunde.
  3. Wartung, Reparatur, Versicherung und Unterstellungzusammen 6 Euro je Stunde.
  4. Summerund 47 Euro je Betriebsstunde ohne Lohnkosten, ohne Agrardieselvergütung und ohne Finanzierungskosten.

Steigt der Kaufpreis oder sinkt die Jahresleistung, verschiebt sich der Wert deutlich. Deshalb gehört die geplante Stundenzahl fest in jede Angebotsanfrage.

Verbrauch vergleichen: DLG-PowerMix und Telematik

Die DLG prüft Traktoren im PowerMix mit festgelegten Zyklen für Zugarbeit, Zapfwellenarbeit und Transport. Veröffentlicht werden Ergebnisse in Litern je Kilowattstunde und in Litern je Stunde. Nur bei identischem Zyklus lassen sich Werte verschiedener Modelle gegenüberstellen. Herstellerprospekte nennen dagegen häufig nur den spezifischen Verbrauch am Bestpunkt. Der AdBlue-Verbrauch kommt hinzu.

Im Betrieb liefern Telematiksysteme genauere Zahlen: Fendt ONE, CEMOS von Claas und das Operations Center von John Deere protokollieren Verbrauch je Feld und Arbeitsgang. Diese Daten stammen aus der eigenen Maschine und tragen die realen Bedingungen des Betriebs. Wer Verbrauch vergleicht, sollte Prüfbericht, Prospekt und eigene Aufzeichnung getrennt bewerten.

Häufige Fragen

Welche Leistungsangabe ist die Vergleichsbasis?

Für den Vergleich eignen sich Nennleistung nach ECE R120 und Zapfwellenleistung. Die Maximalleistung mit Boost entsteht nur bei bestimmten Arbeiten.

Warum nennen die Hersteller keine Listenpreise?

Traktoren werden konfiguriert und über Vertragshändler verkauft. Preis, Liefertermin und Rabatt hängen von Ausstattung und Stückzahl ab.

Wie viel Diesel verbraucht ein Traktor im Praxisbetrieb?

Das hängt von Last, Boden, Bereifung und Fahrweise ab. Anhaltswerte liefern Prüfberichte im DLG-PowerMix, den eigenen Verbrauch zeigt die Telematik.

Wann rechnet sich ein stufenloses Getriebe?

Stufenlose Getriebe halten die Motordrehzahl unter Last konstant und erleichtern Zapfwellen- und Transportarbeit. Bei überwiegend schwerer Zugarbeit fällt der Vorteil kleiner aus.

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